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Lexikon
Im Folgenden finden Sie eine Auflistung von Begrifflichkeiten aus der
Sportmedizin und Trainingsdiagnostik, die in den Texten auf unsere Website
Verwendung finden. Wir bemühen uns an dieser Stelle um eine möglichst exakte
Erklärung, um es jedem Besucher unserer Website zu ermöglichen sich mit der
Thematik zu befassen.
aerobe Leistung
Leistung, die erbracht werden kann ohne eine Sauerstoffschuld eingehen zu
müssen. Es handelt sich hierbei um die Ausdauerleistung unter der
aerob-anaeroben Schwelle.
anaerobe Leistung
Leistung, die unter Sauerstoffschuld erbracht wird und das
Stoffwechselprodukt Laktat hervorbringt. Hierbei steht die Schnellkraft
oberhalb der aerob-anaeroben Schwelle im Vordergrund.
aerob-anaerobe Schwelle
Bei der Bewegung (Kontraktion) eines Muskels entsteht
intensitätsabhängig Laktat, das in einem gewissen Maße direkt
verstoffwechselt werden kann. Ist die Produktion und der Abbau identisch, so
stellt sich ein Gleichgewicht ein, dass als aerob-anaerobe Schwelle
bezeichnet wird. Unterhalb dieser Grenze von 4 mmol/l Blut spricht man von
aerober Leistung, oberhalb von anaerober Leistung.
Ausdauerleistung
Die Fähigkeit, eine bestimmte Leistung über einen möglichst langen Zeitraum
auszuüben. Der Laktatspiegel befinden sich kurz unter der kritischen
Grenze von 4 mmol/l.
Energiebereitstellung
Je nach Belastungsdauer und -intensität werden in unterschiedlicher
prozentualer Zusammensetzung die drei hauptsächlichen Energiereserven der
schnellverfügbaren Phosphatverbindungen, Kohlenhydrate und Fette verbrannt.
Hierbei ist sehr wichtig, dass man beachtet, dass zu jedem Zeitpunkt alle
drei Energiereserven verwendet werden. Bei geringer aerober Belastung
dominiert die Fettverbrennung. Bei starker anaerober Belastung hingegen die
Kohlenhydratverbrennung. Hieraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass für
die effektive Fettverbrennung nur aerobe Leistung hilfreich ist. Ganz im
Gegenteil, bei anaerober Leistung über längere Zeit wird absolut sehr viel
mehr Energie verbraucht, sodass der verbrannte Fettanteil im Vergleich zur
aeroben Leistung deutlich größer ist.
Fettstoffwechseltraining
Achtung! Bei der Bedeutung dieses Begriffs existieren viele
Missverständnisse. Unter Fettstoffwechseltraining versteht man die
Optimierung des Fettstoffwechsels, nicht das optimale Training zur
Gewichtsreduktion.
Herzfrequenz (HF)
Durch die Schlagkraft des Herzens wird das energiereiche Blut durch den
Körper transportiert. Bei erhöhtem Energiebedarf der Muskulatur durch
sportliche Aktivität steigert das Herz die Schlagfrequenz um den Muskel
adäquat zu versorgen und anfallende Stoffwechselendprodukte
abzutransportieren.
Herzfrequenz beeinflussende Faktoren
Die Herzfrequenz hängt von vielen Faktoren ab. Alter, Geschlecht,
Trainingszustand, allgemeine Verfassung aber auch Klima, Temperatur,
Belastungsdauer, Körperposition und Psyche spielen die dominierenden Rollen.
Laktat
Ist das saure Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels. Das am häufigsten
angewandte analytisch chem. Verfahren ist die Umwandlung von Laktat in
Pyruvat über die Bildung von NADH 2. Mit steigender Belastung, z.B. im
Stufentest nimmt die Laktatbildung und -elimination (= Beseitigung) zu.
Früher oder später wird eine Belastungsintensität erzielt, bei der die
Bildung gerade noch der Elimination entspricht (maximales
Laktat-steady-state). Es wird auch in Ruhe immer Laktat gebildet und
eliminiert. Der Ruhewert kann (auch ernährungsbedingt) zwischen 0.8 - 2
mmol/l betragen und liefert keine Aussagen für das Laktatverhalten unter
Belastung. Bei höherer O2-Aufnahme auf den ersten submaximalen
Belastungsstufen wird Laktat verstärkt oxidiert/eliminiert (Belcastro und
Bonen 1975), so daß hier sehr oft niedrigere Werte als in Ruhe gefunden
werden (Föhrenbach, 1976). Es ist deshalb falsch und unphysiologisch den
Ruhewert von den Belastungswerten zu subtrahieren.
Siehe auch: "Was ist Laktat?"
Sauerstoffaufnahme (VO2 max: maximale Sauerstoffaufnahme)
Bruttokriterium der aeroben Leistungsfähigkeit und bis Mitte der 70-iger
Jahre die am häufigsten untersuchte Größe in der Sportmedizin. Die Grenze
der VO2 max. hinsichtlich ihrer Aussagekraft zur Beurteilung der
Ausdauerleistungsfähigkeit unter dem Aspekt der Leistungsprognose und als
Parameter zu Trainingssteuerung wurde zunehmend erkannt (Saltin und Astrand
1976, Hollmann und Liesen 1973, Mader et. al. 1976, Sheperd 1984) Während
sich die in internationalen Veröffentlichungen mitgeteilten max.
Sauerstoffaufnahmewerte bei Spitzenathleten verschiedenenr
Ausdauerdisziplinen nicht mehr unterschieden, ließen sich bei gering oder
nicht differenter VO2 max. weitere trainingsbedingte Unterschiede im Bereich
des Muskelstoffwechsels (Laktatverhalten, Enzyme) nachweisen (Hultmann 1967,
Hollmann und Liesen 1973, Henriksson 1977, Hollmann et.al. 1984 u.a.). Unter
diesem Aspekt kommt der Laktatdiagnostik die höhere Bedeutung in der
Sportmedizin zu, besonders unter Berücksichtigung der grossen
Meßfehlermöglichkeit, der Leistungsbeeinträchtigung des mit Atemmaske
versehenen Läufers (Heck 1990) sowie der o.a. Punkte.
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